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  • Thermometer mit Quecksilber – die Oldschool-Thermometer

    In unserer Kindheit hatten wir alle sie noch in der Heimapotheke: Die Quecksilberthermometer zum Bestimmen von Fieber. Wer erinnert sich nicht an das minutenlange Schütteln, damit die Flüssigkeit sinkt und man mit dem 10-minütigen Messen beginnen kann. Zu diesen Zeiten scherte sich niemand um das giftige Quecksilber, das die – meist – Glasthermometer enthielten. Seit damals hat sich viel geändert. Der Quecksilberthermometer wurde von Infrarot-Thermometern und anderen Arten von Braun, Omron, TFA und Co. verdrängt und überholt. Dennoch wollen wir diesem „Oldschooler“ eine Seite unseres Ratgebers widmen – der guten alten Zeiten willen!

So funktioniert der Quecksilberthermometer

Der Quecksilberthermometer ist ein Flüssigkeitsthermometer, der – wie der Name schon sagt – Quecksilber als Thermometerflüssigkeit verwendet. Quecksilber besitzt einen fast temperaturunabhängigen Wärmeausdehnungskoeffizienten, außerdem benetzt es das umgebende Glas nicht. Quecksilber kann in Temperaturbereichen zwischen -38°C und 350°C verwendet werden und ermöglicht daher präzise Messungen in einem sehr breiten Bereich. Enthält das verwendete Quecksilber Stickstoffe, kann der Messbereich sogar auf 750°C ausgedehnt werden.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile


  • Thermometer ist tendenziell sehr lange haltbar

  • Produkte auch nach Jahren noch präzise
  • Nachteile


  • Quecksilber ist schädlich für die Gesundheit

  • Thermometer benötigt zum Messen viel Zeit

  • Thermometer piepst nicht, wenn die endgültige Temperatur erreicht ist

  • Thermometer-Art bereits seit 1970 nur noch selten im Einsatz

  • dürfen seit 2009 in EU nicht mehr vertrieben werden

Die Geschichte des Thermometers

Bereits im Jahr 1718 erkannte der Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit die Bedeutung des Umstandes, dass die Anzeige von Quecksilberbarometern sich bei Temperaturunterschieden ändert. Er entwickelte einen Thermometer mit einer Skala, außerdem wurde der Quecksilberthermometer in einem speziellen Herstellungsverfahren produziert, wodurch der Quecksilberthermometer reproduzierbar wurde. Bis in die 1970er Jahre war das Modell der am weitesten verbreitete Thermometer. Seitdem wurden die Quecksilberthermometer zunehmend von anderen Modellen ersetzt, da die Giftigkeit des Quecksilbers eine Gefahr barg. Seit 2009 war der Vertrieb von Quecksilberthermometern nur noch für wissenschaftliche und medizinische Bereiche erlaubt, seit 2014 ist der Vertrieb innerhalb der EU verboten.

Zerbrochenes Quecksilberthermometer

Ja, die Medien haben uns lange eingeimpft, dass Quecksilber hochgiftig ist und Quecksilberthermometer direkt aus der Hölle kommen. Trotzdem: Nicht in Panik verfallen! Da die Quecksilbermenge in einem Thermometer nur circa ein Gramm beträgt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass bei deren Freisetzung akute oder chronische Vergiftungserscheinungen eintreten. Dennoch sollten Sie folgende Sicherheitsvorkehrungen beachten:

  • Sollte selbstredend sein, aber wir erwähnen es dennoch: Nicht über den vom Quecksilber bedeckten und verseuchten Boden laufen.
  • Das Quecksilber nicht aufwirbeln! Verwenden Sie um Himmels Willen keinen Staubsauger, um die Misere zu beseitigen.

Natürlich können Sie nicht umziehen, nur weil Sie ein Gramm Quecksilber im Haus verstreut haben. Es gibt einfache Mittel und Wege, um das Flüssigmetall zu entfernen:

  • Bevor zu auch nur daran denken, mit Putzen anzufangen, ziehen Sie Einweghandschuhe an. Davor entfernen Sie bitte sämtlichen Schmuck von Ihrem Körper, da Quecksilber mit vielen Metallen sofort chemische Verbindungen bildet.
  • Danach sollten Sie die Quecksilbertröpfchen vorsichtig mit festem Papier zusammenschieben oder mit Pinsel oder kleiner Bürste zusammenkehren. Mit einer Einwegspritze, einer Pipette oder einem Schwamm kann das Flüssigmetall dann aufgesaugt werden.
  • Das alles sollte möglichst vorsichtig und möglichst schnell von statten gehen, am besten halten Sie die Luft an, um ganz sicher zu gehen.

Sollte dennoch das Schlimmste passiert sein und Sie Körperkontakt mit Quecksilber hatten, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  • In jedem Fall einen Arzt konsultieren.
  • Nach dem Einatmen sofort an die frische Luft gehen (und kurz danach einen Arzt konsultieren)
  • Nach Hautkontakt die betroffenen Stellen intensiv waschen (ja – und danach ab zum Arzt)
  • Nach dem Verschlucken ein bis zwei Gläser Wasser trinken (und – Sie ahnen es – danach zum Arzt gehen). Eine kleine Beruhigung für Sie: So komisch es klingen mag, aber verschlucktes Quecksilber richtet weniger an als eingeatmetes Quecksilber. Flüssiges Quecksilber wird vom Magen-Darm-Trakt zu über 90% wieder ausgeschieden. Hingegen können Quecksilberdämpfe nur zu 20% wieder ausgeatmet werden, der Rest verbleibt im Körper.

Tipp: Sollten Sie all diese Mittel nicht zur Hand haben, können Sie das Quecksilber auch mit Hilfe eines Klebebandes entfernen.

Unser Fazit

Das Quecksilberthermometer mag eine der genauesten Temperaturmessgeräte der Welt sein. Möglicherweise hängen Sie auch aus sentimentalen Gründen noch daran. Dennoch: Wir empfehlen, zu anderen Thermometern zu greifen. Insbesondere dann, wenn Kinder oder Tiere im Haushalt leben! Auch in der Schwangerschaft sollten Sie auf diese Art von Thermometer verzichten und stattdessen auf ein Infrarot-Thermometer setzen, welches berührungslos misst.

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